Sonntag, 9. August 2020

3 Eulen auf den Straßen des Stoneman Miriquidi



Donnerstag Abend werden ich und mein Rennrad in Moni's&Frank's Reisemobil geladen und los geht unsere Reise ins Erzgebirge. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir Oberwiesenthal. Nach einer kurzen Einweisung in Teubers Pension und das Beziehen der beiden gemütlichen Dachzimmer, freuen wir uns noch auf eine kleine Stärkung. Das reservierte Starterpacket mit der Stempelkarte, hole ich aus einem nahegelegenden Hotel. Auf dem Weg dorthin entdeckt Frank das Prijut12, sofort entsteht die Idee hier einzukehren und noch ein (Willkommens-)Drink zu uns zu nehmen. Die Speisekarte liest sich toll, wir haben Hunger. Doch dann die Enttäuschung, die Küche hat schon zu. Der nette Kerl hinter der Theke wollte uns wohl nicht weinen sehen und bat uns Soljanka mit Brot an. Die Begeisterung über das Angebot haben wir sogleich mit dem ersten Getränk begossen. "Sehr Lecker" waren wir uns einig und beschlossen den Heimweg anzutreten, gespannt auf das was uns morgen erwartet.
 
Lecker wars
 
Frühstück um 08:00, für mich ist diese Zeit wie ausschlafen. Nur war ich, wahrscheinlich vor Aufregung (ist doch schön, wenn man noch aufgeregt sein kann) um 05:45 schon Putz munter. Warum im Bett noch hin und her wälzen, ich beschloss mich in Ruhe fertig zu machen und habe vorab schon mal ein Müsli zu mir genommen.
Nach dem reichhaltigen Frühstück, endlich der Start, wobei uns Frank, unbedingt noch einen Schlauchwechsel, in Rekordzeit zeigen will. 
 
Startklar
 

Nun aber gemütlich los, denkste. Die Beine noch kalt, schon zweistellige Prozente am ersten Anstieg. Das Wetter ist Ok, 14 Grad und bewölkt. Um den ersten Checkpoint "Bärenstein 898m" zu erklimmen, verlassen wir den Hauptweg und überholen dabei noch MTB Fahrer auf dem steilen Weg zur Stempelstelle. Rasant ist die Abfahrt und weiter nach "Drei-Brüder-Höhe" Loch Nummer zwei wird gestanzt. 
 
Stempelstelle Bärenstein
 
Die verdiente Pause steht an, frische Beeren-Limo, Kaffee und die jetzt wärmende Sonne puschen uns zur "Saigerhütte" und auf den "Schwartenberg". Dazwischen genießen wir die Natur und so manche rasante Abfahrt. 
 
 
Salat, Rinderroulade und ein Braten ist unser Mittagessen auf 787m in der Sonne. Die Fahrt geht weiter über den Checkpunkt "Holzhau" in Richtung "Zinnwald". 
 
 
Wir entdecken ein Kaffee und beim Schlemmen der leckeren Tortenstücke ziehen Wolken auf. Der erhoffte kurze Schauer hängt über uns fest. Als es nur noch nieselt, starten wir zum heutigen letzten Checkpoint. Die Regenwolken verfolgt uns oder wir die Wolken? Es wird ungemütlich und wir beschließen uns eine Unterkunft zu suchen. Wir werden fündig, moderater Preis incl. Frühstück und wir bekommen noch ein ganz tolles Abendessen zubereitet. Nach einigen Radlern, die Ansage, das ist aber das Letzte, legen wir uns hin.
 
 
Ausgeschlafen und gut gefrühstückt radeln wir zum "Bärenfels". 
 
 
Ein kleiner Schaltfehler am steilen Waldstück, zaubert mir die ersten Schweißperlen am frühen zweiten Tag auf die Stirn. 
 
 
Die Kette läuft wieder und wir treffen, auf dem Weg nach "Blockhausen" auf eine kleine Gruppe Rennradler, von der aber jeder einzeln, am Berg, für sich selbst kämpft. Wir fahren jeden Anstieg gemeinsam und sind stets guter Laune. Die Geschäfte schließen Samstag zeitig und so müssen wir auf einen weiteren Kaffee verzichten. Ein kleiner Supermarkt, macht für uns sogar nochmal die Waage an, und wir genießen Mettwurst, Bananen, und Kekse auf der Wiese. "Niederlauterstein" ist Stempelstelle Nummer 9. 
 
 
Dazwischen immer wieder tolle Anstiege, auch mal 18% und schnelle, kurviege Abfahrten bei strahlendem Sonnenschein.
 
 
Kaffee Pause im Altersheim, die Auswahl an Stärkunsmöglichkeiten zu diesem Zeitpunkt, sind nicht so groß. Kuchen und Salat müssen reichen. Auf geht's zum letzten Anstieg. Frank prophezeit einen kräftezehrenden finalen Ritt und möchte noch eine Kleinigkeit essen. Mittlerweile bin ich doch ein wenig aufgeregt, Respekt vor dem Fichtelberg? Jedenfalls kann ich nicht so richtig was zu mir nehmen. "Rittersgrün" das vorletzte Loch ist in der Karte und eine kalte Coke an der Selbstbedienungsstelle im Garten füllt die Speicher. Auf geht's, ich kann es nicht mehr abwarten und wir quälen uns, nein, genießen den letzten Anstieg. Auf dem Gipfel erwartet uns die untergehende Sonne über der Tschechei und ein grandioser Ausblick auf Oberwiesenthal.
 
 
Wir sausen die letzt Abfahrt hinunter und erreichen glücklich das Prijut12, wo wir den Abend ausklingen lassen. Vorher erhalte ich noch meinen silbernen Stein und bin doch ein wenig stolz auf das Erreichte.

Fazit: 317 Rennrad Kilometer in zwei Tagen, nicht immer locker getretene Anstiege, 6289 gesammelte Höhenmeter, rasante Abfahrten, tolle Serpentinen in der wunderschönen Kulisse des Erzgebirges.
Emotionen die einen bereichern. Danke Moni&Frank!
 
Stoneman, ich (wir) komme(n) wieder!
 
Gruß Markus
 
Hier der Bericht von Moni und Frank auf dem Radlblog: KLICK